Mandala, Religion und Kultur

Indien ist ja bekannt dafür, dass der größte Teil der Bevölkerung buddhistischen Glaubens ist und deshalb zog es mich auch speziell hierher um mehr über diese Glaubenslehre zu erfahren. Man kann hier Dinge erleben, von denen man bisher nicht glaubte, dass es sowas geben könnte oder so etwas möglich sein könnte. Die Menschen leben ihren Glauben viel direkter als irgendwo wo ich bisher war. Zugegeben ich war bisher eher in europäisch geprägten Kulturen, aber mein Interesse galt schon jeher immer auch den hier lebenden Menschen und Ihren Kulturen. Es wird sich hier anscheinend ausgiebig Zeit für die Entwicklung des eigenen Glaubens und somit auch für die eigene Entwicklung genommen. Die Menschen denken intensiv nach und das bringt sie anscheinend auch zu der für mich extrem überraschenden Weisheit. Es ist nicht so, wie z.B. in Deutschland, wo die Intensität des Glaubens an die katholische Kirche durch die regelmäßigen Besuche der Kirche zum Ausdruck gebracht werden muss. Hier ist es vielmehr so, dass es für viele Menschen hier ein teil Ihres Lebens ist . Es ist In Indien zum Beispiel eine Tradition, dass die gläubigen Buddhisten Mandalas anfertigen. Das Fertigen solcher Mandalas aus Sand habe ich letztens stundenlang beobachtet, als einige Frauen den ganzen Tag mit einer Seelenruhe auf den roten Steinen eines fast verlassenen Tempels hockend ein großes Mandala gefertigt haben. Sie rieselten ohne Eile den Sand auf den Boden bis das Mandala in der ganzen Pracht erstrahlte und zu einem riesigen, komplexen, bunten Design zusammengewachsen war.
Dabei passten sie akribisch darauf auf das die umherlaufenden Kinder nicht zu nahe an die Muster kamen, da sie den Sand mit Leichtigkeit wieder vermischt und die ganze Arbeit zunichte hätten machen können.

Das fertige Bild war für die Gläubigen mehr als ein normales Bild. Ein Mandala stellt vielmehr einen Beitrag zum Universum dar. Die Mönche fegten nach der Fertigstellung mit ihren Bürsten den ganzen Sand des Mandalas auf einen Haufen zusammen. Der tiefere Sinn hierbei ist es, dass der jetzt erscheinende Guru-Priester den Haufen Sand als das vorher gefertigte Mandala erkannte und in einer kleinen Predigt erklärte, dass schon jetzt alles das Mandala ist. Du, ich, alle und Alles. Denn wenn wir tot sind wird unser Körper wieder zu Knochen und dann zu Sand. Dann werden wir zu Staub werden und dann können wir der Staub sein, der das Mandala macht.

Deshalb sind wir das Mandala ja eigentlich jetzt schon. Deshalb habe ich mir zu Hause jetzt auch ein paar Mandala Motive als Wandtattoos im Onlineshop deine-wandtattoos.de gekauft und an meine Wände geklebt, auch ein paar Modische Shirts im Mandala-Look habe ich mir zugelegt. Damit denke ich jetzt immer, auch wenn ich weit weg bin von Indien, an diese tiefe Überzeugung, das eigentlich Alles ja Alles ist, und entschwinde mit meinen Gedanken auf eine Reise in die Ferne, was auf mich extrem beruhigend wirkt und mir Sicherheit vermittelt. Wenn Sie auch Interesse an solchen neuen Erfahrungen haben, sollten Sie diese Art der Gedankenanregung ja auch einmal versuchen. Es kostet Sie nicht viel und kann wirklich befreiend sein.

Schöne Grüße eure Elly