Projektstelle in Mayiladuthurai

Projektstelle in Mayiladuthurai mit Blick in den InnenhofNach vier Tagen ging meine Reise weiter, denn nach den Einführungstagen in Chennai fuhren alle Freiwilligen in ihre Einsatzstellen. Mit Spannung fuhr ich in meine Projektstelle, eine Art Kinderheim, nach Mayiladuthurai. Mein erster Eindruck war sehr positiv. Wir Freiwilligen wurden mit Blumenketten und Applaus von den Kindern, dem Personal und der Managerin herzlich empfangen. Nach dem Abendessen wurden Janna (die andere Freiwillige, die für ein halbes Jahr in Mayiladuthurai bleibt) und mir unser Zimmer gezeigt. Es ist fantastisch, ausgestattet mit einer riesigen Terrasse und einem Blick in den Innenhof.

In unserem Badezimmer befinden sich sogar eine Dusche und ein Sitzklo, was in Indien nicht gerade üblich ist. Ich habe mir meine Unterkunft viel einfacher vorgestellt als sie es tatsächlich ist und war sehr glücklich, als ich abends im neuen Bett lag.

Die erste Woche nutzen wir zum Eingewöhnen und wir haben einen Einblick in unsere jeweiligen Projektstellen bekommen. Unsere Einrichtung besteht aus einem Kinderheim, mit ca. 250 Mädchen zwischen sechs und 16 Jahren und einem Women Centre, indem Nähkurse und Kurse mit dem Computer angeboten werden. Das Zentrum gehört zur TELC (Tamil Evangelican Lutheran Church) und die Kinder werden zum Teil von der Kindernothilfe unterstützt. Außerdem gehören noch vier Kindergärten zu der Projektstelle.

In der ersten Woche habe ich die verschiedenen Kindergärten, in denen ich für das erste halbe Jahr arbeiten werde, besucht und mir die Primaryschool angeschaut. Leider wurde ich nach dieser Woche krank, was durch die Umstellung bedingt durchaus zu einem Indienaufenthalt gehört. Das Personal meiner Projektstelle hat sich sehr um mich gesorgt und sie haben sich große Mühe gegeben, mich wieder gesund zu pflegen.

Die Inder sind äußerst gastfreundliche Menschen und ich musste mich anfangs erst an die Gastfreundschaft gewöhnen, die mir zum Teil schon unangenehm wurde. Zum Beispiel wird uns immer wieder ein Sitzplatz angeboten und bei den ersten Mahlzeiten wurde ich immer bedient, bis ich dann irgendwann gesagt habe, dass ich das auch gerne selber machen könne…