Rückblick auf die Arbeit in den Kindergärten

Bis Februar habe ich in drei verschiedenen Kindergärten, die zu meiner Institution gehörten, je zwei Monate gearbeitet. Jeder Kindergarten hatte etwas Besonderes an sich und ich empfand das Arbeitsklima bald als sehr gut, sodass ich zunehmend Spaß an meiner Arbeit hatte. Wenn mich jemand fragen würde, welchen der drei Kindergärten ich denn bevorzugen würde, kann ich nur antworten, dass alle drei eine außergewöhnlich angenehme Atmosphäre prägte, die ich sehr zu schätzen wusste. Ein weiterer positiver Aspekt war, dass die Kindergärten an drei verschiedenen Orten lagen, sodass ich nach einer gewissen Zeit auch das Einzigartige der drei Orte mitbekommen habe. Die Einrichtungen richteten sich nach den unterschiedlichen Gegebenheiten, wie folgendes Beispiel zeigt:

Einer der Kindergärten liegt in dem Dorf Kiliyanur, ein sehr ärmliches Dorf, und die Mehrheit der Bewohner sind Moslems. An bestimmten Wochentagen essen Muslime keinen Fisch. Um den islamischen Kindern gerecht zu werden, bekommen diese statt Fisch Hühnchen. Hier wird exemplarisch die Akzeptanz der anderen Religionen deutlich.

Die erste Zeit in meiner Einsatzstelle war nicht einfach. Uns, Janna, der anderen Freiwilligen und mir wurde immer wieder gesagt, wir sollen Pause machen und uns ausruhen. Das war eine meiner größten Befürchtungen, im Blick auf mein Auslandsjahr, nämlich dass ich das Gefühl bekomme, ich sei überflüssig und ich habe keine konkrete Aufgabe.

Außerdem hatte ich anfangs viele Fragen im Kopf, weil alles so anders ist und ich suchte nach Antworten. Ich habe gelernt, viele Fragen zu stellen und dabei auch unangenehmere Themen wie Vergewaltigungen von Frauen anzusprechen. Durch langsames Herantasten wurde mir klar, dass ich viele Antworten auf all meine Fragen bekam.

Im Laufe der Zeit habe ich gelernt mir meine Aufgaben selbst zu suchen und mir Gedanken zu machen, wie ich meine Freizeitbeschäftigung gestalten könnte. Dadurch kam ich gut in Kontakt zu Menschen um mich herum mit der oft so fremden Kultur. So startete ich eine Tanzgruppe und habe den Mädchen Flöten spielen beigebracht. Am Wochenende verbrachte ich besonders viel Zeit mit den Mädchen aus dem Heim. Wir haben gebastelt oder neue Spiele gespielt und auch durch diese Aktionen lernten die Kinder und das Personal mich besser kennen und umgekehrt. Je mehr Zeit ich mit den Kolleginnen und Kindern verbrachte, desto mehr fühlte ich mich mit ihnen verbunden.